Winterkälte – das Wasser-Element aus Sicht der TCM

Die Chinesische Ernährungslehre basiert auf dem System der 5 Elemente. Wichtig für die Ernährung nach den fünf Elementen ist es, möglichst nach den Jahreszeiten zu leben. Der Wechsel der Jahreszeiten spiegelt die Wandlung und die Energie-Bewegung innerhalb des Körpers wider.

Im Frühling und Sommer sollten mehr Nahrungsmittel mit reinigender und erfrischender Wirkung verzehrt werden. Im Herbst und Winter sollte die Nahrung eher erwärmend, gekocht und gebacken sein. Aus Sicht der TCM ist an kalten Wintertagen also von großen Mengen an Nahrungsmittel mit kalter Qualität wie Mineralwasser, Blattsalaten und Joghurt. Warme Suppen, Eintöpfen und Aufläufe hingegen wärmen unseren Körper von innen auf. Der Duft von Bratäpfel und Glühwein ist nicht ohne Grund gerade besonders anziehend für uns. Dringt äußere bioklimatische Kälte in den Körper ein, helfen scharf-heiße Getränke wie Ingwertee oder Glühwein die Poren zu öffnen. Wir beginnen zu schwitzen und können so die eingedrungene Kälte wieder „vertreiben“.

Ausschlag gebend bei den traditionellen und zumeist Alkoholhaltigen Weihnachtsgetränken sind vor allem Qualität und Dosis. Von gebanschten Punsch- und Glühweinkonzentraten, wie sie leider in überwiegender Menge auf hiesigen Christkindlmärkten angeboten werden, ist als „Wärmespender“ natürlich abzuraten. Meist findet sich jedoch zwischen all den blinkenden Weihnachtsmützen und Rentiernasen auch ein Bio-Punschstandl, das neben Glühwein, auch herrlich gewürzten Glühmost und alkoholfreien Glühapfelsaft anbietet, dessen Geschmack auch wirklich auf wertvolle Gewürze wie Zimt, Anis, Sternanis, Kardamom und Nelken zurückzuführen ist.

Auch Ingwertee ist oft eine willkommene Alternative zu den Alkohlhaltigen Wintergetränken. Ingwer zählt seit jeher zu den 8 Schätzen in der chinesischen Heilküche. Er gilt als wahres Wundermittel bei den ersten Anzeichen einer Erkältung, löst Blockaden und wärmt den Körper von innen wohlig warm auf:

Ingwertee-Rezept:

1cm großes Stück frisch geschälten Ingwer aus dem Bio-Laden mit
1/2 Liter kochendem Wasser übergießen und mindestens 5 Minuten lang ziehen lassen.
Auf Wunsch mit 1 EL Bio-Honig süßen.

Bei allgemeinen Kältegefühlen oder beginnendem Schnupfen sollte etwa alle zwei Stunden eine Tasse getrunken werden. Vorsicht ist aber auch hier in Hinblick auf die Dosis geboten. Abzuraten ist ganz allgemein von einer längeren Einnahmedauer bei Sodbrennen, entzündlichen Magenleiden, Gastritis, zu viel Magensäure, Schlafstörungen, innerer Unruhe und Gallensteinen. Auch vor geplanten Operationen sollte Ingwer nicht eingenommen werden, da er (vergleichbar mit Aspirin) die Blutgerinnung beeinflusst. In diesem Fall sind wärmende Tees, die heimische Kräuter wie etwa Fenchel, Kümmel oder Anis beinhalten, vorzuziehen.

Wie hat es schon der berühmte Arzt und Alchemist Paracelsus bereits im 16. Jahrhundert so weise formuliert:
All Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.“