Alles zu ihrer Zeit

Alles zu seiner Zeit

Die Art unserer Nahrungsaufnahme hat einen großen Einfluss auf unsere weitere Verdauung.

Es ist daher ausgesprochen wichtig, dass wir jeder Mahlzeit gebührend Zeit und Ruhe einräumen. Wer Mahlzeiten annähernd unzerkaut hinunterschlingt, fühlt sich nicht ganz ohne Grund nach dem Essen müde und erschöpft, da die gesamte Körperenergie auf den Verdauungsvorgang konzentriert ist. Wer langsam und bewusst kaut, trainiert also nicht nur seine Kiefermuskulatur und Geschmacksnerven, sondern spart auch Energie für andere Aktivitäten. Da der Verdauungsprozess aus Sicht der TCM bereits im Mund beginnt, gilt auch in China:
„Gut gekaut ist halb verdaut.“

Unser Essplatz sollte wenn möglich einer sein, den wir ausschließlich dafür verwenden, gerne aufsuchen und gemütlich eingerichtet haben. Auf weitere Tätigkeiten „nebenbei“ sollte zu Gunsten unserer weiteren Verdauung besser verzichtet werden. Wer Schreckensbilder aus den Nachrichten konsumiert, Emails liest oder via Mobiltelefon einen Beziehungsstreit austrägt, muss sich darüber im Klaren sein, dass auch die damit verbundenen Emotionen in Richtung Verdauungsorgane geschickt werden. Und dort bleiben dann nicht nur die negativen Emotionen etwas länger liegen.

In der TCM wird Essen im Allgemeinen dem Erde-Element zugeordnet. Gemeinsames Essen im Kreise guter FreundInnen oder der Familie ist besonders nährend und erdend. Diese erdende und stabilisierende Qualität ist nicht nur für Kinder in unserer schnelllebigen und hektischen Welt ein wichtiger Faktor mit steigender Bedeutung geworden.

„Wenn ich liege, dann liege ich.
Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Und wenn ich esse, dann esse ich.“
(Weisheit aus dem Zen-Buddhismus)